Unterwegs auf Darwins Spuren auf den Galápagos-Inseln - Aktiv auf San Christóbal

13. - 19. November 2018

Die Insel San Christóbal ist die östlichste Insel des Galápagos-Archipels und geologisch gesehen eine der ältesten Inseln. Wie bereits erwähnt, ist San Christóbal touristisch nicht so erschlossen wie Santa Cruz, wodurch die Insel naturnaher und authentischer erscheint.

Der nördliche Teil der Insel ist nur per Wanderung oder per Boot erreichbar, ein Straßennetz existiert nicht. San Christóbal ist ein Paradies für Wanderer, Schnorchelfans und Tierfreunde. In diesem Beitrag möchte ich dir einen Einblick geben, was du alles erleben kannst.

Tierische Begegnungen beim Spaziergang am Hafen

Schon beim Spaziergang durch das kleine Örtchen Puerto Baquerizo Moreno kann man sich an den vielen heimischen Seelöwen erfreuen. Auf Plätzen, auf den Klippen am Hafen und sogar auf der Straße sind uns die Seelöwen über den Weg gelaufen.

Auch Pelikane sassen auf dem Geländer und auf den Klippen. Schöne rote Krabben waren ebenfalls zu sehen.

Durch die tierischen Begegnungen, die Dekoration sowie kleinen Lokale und die Blütenpracht war es jedes Mal ein schönes Erlebnis, die Hafenpromenade entlang zu schlendern.

Seelöwen-Beobachtung an den nah gelegenen Stränden

Besonders faszinierend war es, die Seelöwen am Playa Oro zu beobachten. Kleine süße Jungtiere sind dort über den Strand gerobbt. Man konnte den ganzen Tag damit verbringen diese Tiere zu beobachten.

Ein weiteres Strandstück, dass wir uns mit Seelöwen teilten, ist Playa Mann. Weibchen und Jungtiere lagen faul am Strand, während der Seelöwen-Bulle meist im Wasser patrouillierte und hin und wieder laut brüllte. Man teilt sich also die kleine Bucht mit den Seelöwen und sollte diese beim Schwimmen und Schnorcheln im Auge behalten. Nicht weil die Seelöwen aggressiv oder gefährlich sind, aber hin und wieder wollen sie mit den anderen Wasserteilnehmern spielen und bei deren Körpermasse von bis zu 200 Kilogramm könnte das schmerzhaft werden.

An diesem Strand waren wir während unseres Aufenthaltes auf San Christóbal oft gewesen. In einer kleinen Taverne direkt am Strand konnte man auch kleine lokale Snacks zu sich nehmen. Besonders einprägsam waren die traumhaften Sonnenuntergänge, die wir gemeinsam mit den Seelöwen am Strand genossen haben.

Centro de Interpretatión

Schräg gegenüber von Playa Mann befindet sich das Centro de Interpretatión, dass interessante Einblicke über die Flora und Fauna sowie die Geschichte der Besiedlung der Galápagos-Inseln gibt. Interessanterweise gehörten ein paar Deutsche zu den ersten Siedlern, von denen heute noch Nachkommen auf den Galápagos-Inseln leben.

Ebenfalls bekommt man einen Einblick, wie schlecht die Bewohner der Galápagos-Inseln von dem Tourismus profitieren. Die Bewohner der Galápagos-Inseln sind sich schon bewusst in welcher einzigartigen Umgebung sie leben. Allerdings ist laut Aussagen einiger Einheimischen, mit denen ich gesprochen hatte, das Umweltschutzbewusstsein vor allem von den älteren Bewohnern noch nicht so stark ausgebildet wie ich es mir erhofft hatte. Es ist aber auch nachvollziehbar, dass man sich um Umweltschutz erst richtig Gedanken machen kann, wenn man in wirtschaftlich stabilen Verhältnissen lebt. In einem weiteren Beitrag werde ich darauf eingehen, wie man als Tourist reisen sollte, damit der Besuch auf den Galápagos-Inseln so weit wie möglich umweltbewusst abläuft und auch die Einheimischen davon profitieren.

Wanderung zur Cerro las Tijeretas und Playa Punta Carola

Gleich hinter dem Centro de Interpretatión beginnt der circa 2,5 km lange Wanderweg zu dem Hügel Las Tijeretas. Nachdem wir über eine Reihe von Treppen dessen Gipfel erklommen hatten, wurden wir mit einer spektakulären Aussicht über die Bucht auf der einen Seite und den Hafen auf der anderen belohnt.

Hier konnten wir Fregattvögel beobachten, die in den umliegenden Büschen nisteten und elegant über die Bucht glitten.

Hin und wieder kann man sogar Wale und Delfine in der Ferne sehen. Allerdings hatten wir dieses Glück leider nicht. Aber in der Bucht unter uns hatten wir Meeresschildkröten schwimmen gesehen. Und an den Klippen konnte ich rote Krabben vorfinden. Ebenfalls kann man in der Bucht, geschützt von den Strömungen, Schwimmen und Schnorcheln, allerdings war an dem Tag das Meer sehr rau, weshalb ich in Befürchtung keine Sicht haben zu können, dies nicht ausprobierte.

Von dem Gipfel aus kann man an der Küste in Richtung Norden wandern. Da es uns aber zu warm dafür war, haben wir den Wanderweg in Richtung Strand vorgezogen.

Vorbei an der Bucht führte der Wanderweg circa 2 km weiter zum Playa Punta Carola. Dieser Strand ist bei Surfern und Sonnenuntergang-Liebhabern gleichermaßen beliebt. Auch hier wurden wir von Seelöwen begrüßt.

An zwei Abenden haben wir an diesem Strand zusammen mit den Seelöwen den Sonnenuntergang genossen. Es war einfach nur traumhaft.

Selbstorganisierte Taxitour über die Insel

An einem Tag hatten wir einen Taxifahrer angesprochen, ob wir mit ihm eine Tagestour machen und verschiedene Orte ansteuern können. Den Preis von 60 US-Dollar hatten wir schon im Voraus verhandelt.

Erster Stopp: Das Schildkrötenreservat La Galapaguera Cerro Colorado

Dieses Reservat wurde 2002 in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Charles-Darwin-Station entwickelt und errichtet um die Population der einheimischen Riesenschildkröten zu erhöhen und liegt im südwestlichen Teil der Insel. Auf circa 12 Hektar Fläche werden diese semi-natürlich aufgezüchtet und gehalten. Die einzelnen Aufzuchtsflächen sind der jeweiligen Altersgruppe der Riesenschildkröten zugeordnet. Es war faszinierend diese gewaltigen Kolosse zu beobachten.

Zweiter Stopp: Strandstück Puerto Chino

Als Nächstes sind wir noch ein Stück weiter südwestlich zum Strandabschnitt Puerto Chino gefahren. An diesem Strand wollten wir frühstücken. Doch schon der Weg zum Strand war mit Seelöwen belagert und vorsichtig schoben wir uns an ihnen vorbei.

Es ist immer wieder süss zu beobachten, wie tierische Zuneigung aussieht – sei es beim Gruppenkuscheln oder beim Versorgen der Jungtiere.

Da der Picknickplatz von zwei Seelöwen-Bullen umringt wurde, haben wir den Strand in sicherer Entfernung für das Frühstück vorgezogen.

Dritter Stopp: Die Kraterlagune El Junco

Da morgens die Wolken noch tief hingen, hatten wir diesen Stopp erst einmal ausgelassen. Aber gegen späteren Vormittag lichtete sich der Himmel und wir konnten die im Hochland gelegene Kraterlagune El Junco besteigen. Der letzte Teil des Aufstiegs glich einer kleinen Schlammschlacht und teilweise mussten wir entgegenkommende Besucher auffangen.

Die Lagune stellt eine der wenigen Süßwasserquellen des Archipels dar. Hier können Bahama-Enten, Teichhühner und Fregattvögel beobachtet werden. Die Lagune ist umgeben von endemischen Baumfarnen und Miconia-Pflanzen.

Während der Umrundung der Lagune genoss ich in 700 m Höhe die Aussichten auf die umliegende Insel bis hinunter zum tiefblauen Pazifik.

Vierter und letzter Stopp: Playa La Loberia

Weiter in Richtung des Örtchens Puerto Baquerizo Moreno befindet sich in der Nähe des Flughafens der Strandabschnitt La Loberia. Auf diesem Strand erwartete uns wieder eine Seelöwenkolonie und es war so lustig die Jungtiere zu beobachten. Dieser Strand soll auch gut zum Surfen geeignet sein, allerdings würde man meiner Meinung nach die Seelöwen stören und ich fand den Einstieg zu steinig.

Fazit

Auch auf San Christóbal konnten wir mit wenig finanziellen Aufwand die einzigartige Flora und Fauna der Galápagos-Inseln bewundern und aktiv erleben. Bis auf die Taxifahrt waren all diese Ausflugstipps auch umweltschonend. San Christóbal empfand ich als gemütlicher und naturnaher als Santa Cruz.

Diese 12 Tage waren ein ganz außergewöhnliches Reiseerlebnis und der Besuch der Galápagos-Inseln war für mich eine der Highlights der Weltreise.

INFOBOX

Aktivitäten auf San Christóbal

  • Spaziergang am Hafen
  • Seelöwen-Beobachtung an Playa Oro und Playa Mann
  • Centro de Interpretatión
  • Wanderung zur Cerro las Tijeretas und Playa Punta Carola
  • Genießen der Sonnenuntergänge am Playa Mann und Playa Punta Carola
  • Selbstorganisierte Taxitour zu Schildkrötenreservat La Galapaguera Cerro Colorado, Puerto Chino, Kraterlagune El Junco und Playa Loberia (ca. 60 US-Dollar pro Fahrt)

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