Unterwegs auf Darwins Spuren auf den Galápagos-Inseln - Bootstouren um Santa Cruz

7. - 13. November 2018

Da ich das Meer und deren Bewohner liebe, wollte ich unbedingt eine Schnorcheltour auf den Galápagos-Inseln machen. Nachdem wir mehrere Touranbieter besucht und uns die jeweiligen Programme angehört hatten, haben wir uns für den lokalen Anbieter Galapagos Best Option S.A. entschieden und zunächst eine Schnorcheltour zu den Inseln Daphne und Pinzón für 140 US-Dollar pro Person gebucht.

Bootstour zur den Inseln Daphne und Pinzón

Am nächsten Morgen haben wir uns vor der Reiseagentur mit dem Guide getroffen und sind mit einem organisierten Taxi zum Hafen auf der anderen Seite der Insel gefahren. Insgesamt acht Personen und die Crew haben das Boot bestiegen und los ging es zu unserem ersten Stopp, der Isla Daphne Menor.

Nach einer kurzen Einweisung war ich eine der ersten, die sich im kurzen Neoprenanzug ins kalte Wasser traute. Die Unterwasserwelt, die sich unter mir zeigte, war die schönste, die ich bisher erlebt habe. Im kristallklaren Wasser tummelten sich kleine Weißspitzen-Riffhaie einige Meter unter mir. Ein Seelöwe sprang vergnügt vor mir von dem Felsen ins Wasser und tauchte elegant vor mir entlang. Ein Pelikan hielt seinen Schnabel ins Wasser und versuchte einen Fisch zu fangen. Viele kleine und größere tropische Fische schwammen um mich herum. Es war einfach traumhaft und der 40-minütige Schnorchelgang verging viel zu schnell.

Noch ganz verzaubert von dem eben erlebten Schnorchelmoment ging die Fahrt weiter zur Isla Daphne Major, auf der sich viele verschiedene Vogelarten tummelten, darunter auch der bekannte Blaufusstölpel.

Ungefähr 1,5 Stunden Bootsfahrt von den Daphne-Inseln entfernt, fand unser zweiter Schnorchelgang bei der Isla Pinzón statt. Dort war das Wasser noch einmal einige Grad kälter. Geführt von unserem Guide schnorchelten wir am Uferrand entlang und konnten einige Meeresschildkröten neben uns ersichten.

Einige Meter weiter war das Wasser nicht mehr so tief, dafür die Sicht aber trüb. Nur durch einen Hinweis von unserem Guide und ganz genaues Hinschauen konnte ich erkennen, dass vor mir WeißspitzenRiffhaie lagen. Der Guide warnte uns davor nicht zu weit heranzuschwimmen, da uns sonst die Strömung erfassen und einen über die Haie ziehen könnte und diese sich dann logischerweise von uns gestört fühlen könnten. Zum Glück gab es keinen in unserer Gruppe, der dumm genug für eine Mutprobe war.

Auf den Steinen vor uns lagen mehrere Seelöwen mit ihren Jungtieren. Ein Seelöwe war besonders lustig. Er schwamm von einem zum anderen Ende der Bucht und brüllte laut. Es störte ihn auch nicht zwischen uns hindurch zu schwimmen. Ich finde es immer wieder faszinierend wie sich Seelöwen und Meeresschildkröten kraftvoll und elegant gleichermaßen im Wasser fortbewegen können. Es sieht so aus als ob sie sich kaum bewegen, aber auch als guter Schwimmer ist es unmöglich lange mit diesen Tieren mitzuhalten.

Nach diesem Schnorchelgang gab es Hähnchen und Reis zum Mittagessen an Bord. Anschließend sind wir noch zu einer kleinen Insel gefahren, bei der wir Meeresschildkröten und Leguane sehen konnten.

Nach weiteren 1,5 Stunden Bootsfahrt mit ordentlichen Wellengang erreichten wir den Hafen von Puerto Ayora. Direkt auf einer Bank am Hafen hatte sich ein Seelöwen-Muttertier mit seinem Jungtier niedergelassen. Das Jungtier saugte genüsslich an der Zitze und liess sich von den aussteigenden Passagieren nicht stören.

Da uns diese Tour so gut gefallen hat, haben wir am Abend gleich noch für den nächsten Tag bei dem gleichen Anbieter die Bootstour zur Isla Seymour Norte für 165 US-Dollar pro Person gebucht.

Bootstour zur Isla Seymour Norte

Gegen 8 Uhr morgens wurden wir direkt an unserer Unterkunft abgeholt und wieder zum Hafen auf der anderen Seite der Insel gefahren. Diesmal bestiegen wir mit 14 anderen Touristen ein zweistöckiges Luxusboot. Ich habe es mir gleich auf dem oberen Deck im Schatten gemütlich gemacht. Nach einer kurzen Überfahrt erreichten wir die Isla Seymour Norte, die bekannt für ihre vielen verschiedenen Vogelarten, die gelbfarbigen Landleguane sowie die Seelöwen ist.

Sehr eindrucksvoll waren die Fregattvögel, eine in den Tropen und Subtropen verbreitete Hochseevogelart, die vor allem durch den roten aufblasbaren Kehlsack der Männchen bekannt sind. Wir hatten sogar das Glück die Männchen bei ihren Balzverhalten beobachten zu können. Es war faszinierend zu sehen, wie groß dieser rote Kehlsack von ihnen aufgeblasen werden konnte. 

Ebenfalls hatten wir auch das Glück einige Fregattvögel-Jungtiere mit ihren flauschigen Gefieder zu sehen.

Eine weitere optisch auffallende Meeresvogelart ist der Blaufusstölpel, der seinen Namen seinen blauen Füßen verdankt. Auch diese Exemplare konnten wir aus nächster Nähe bewundern.

Auch interessant auf dieser Tour war es, einen gelbfarbigen Landleguan zu beobachten, der genüsslich eine Kaktee verzerrte.

Auf dem circa 90-minütigen Rundgang haben wir auch ein paar Seelöwen-Jungtiere gesehen, die im Schatten dösten.

Mit dem Boot sind wir anschließend noch zu einer zweiten Insel gefahren, auf der wir einen kleinen Strandspaziergang gemacht haben. An einer kleinen Wasserstelle konnten wir Flamingos sehen. Auf dem Weg dorthin sollte man bei einigen Strandabschnitten vorsichtig sein, da sich in dem feinen Sand Stachelrochen befinden können. An einem anderen Strandabschnitt waren wir auch noch Schnorcheln gewesen, aber die Unterwasserwelt war nicht so beeindruckend wie die von der Tour am Vortag.

Fazit

Die Flora und Fauna ähnelt sich auf allen Galápagos-Inseln. Es gibt nur ganz wenige Tier- und Pflanzenarten, die nur auf beziehungsweise in der Nähe von bestimmten Inseln vorzufinden sind. Die beiden durchgeführten Touren bieten einen sehr guten und umfassenden Eindruck über die Tier- und Pflanzenwelt der Galápagos-Inseln. Die Bootstour zu den Inseln Daphne und Pinzón hat den Fokus auf der faszinierenden Unterwasserwelt, während der Ausflug zur Isla Seymour Norte einen wunderbaren Einblick über die Flora und Fauna auf den Boden und in der Luft gewährt. Der gelbfarbige Landleguan ist zum Beispiel ein seltenes Exemplar, dass nur auf der Isla Seymour Norte vorkommt. Ich kann diese beiden Touren absolut weiter empfehlen und diese waren eine meiner Highlights auf der Weltreise.

 

INFOBOX

Bootstour zu den Inseln Daphne und Pinzón

  • Empfehlung Anbieter: Galápagos Best Option S.A.
  • Kosten pro Person: 140 US-Dollar (Stand: November 2018)
  • Fokus: Schnorcheltrips um einen Einblick in die faszinierende Unterwasserwelt zu erhalten
  • Dauer: Circa 5 Stunden
  • Besondere Hinweise: Warme Kleidung sollte mitgebracht werden, um sich nach den Schnorchelgängen aufzuwärmen, da das Wasser recht kalt ist.

Bootstour zur Isla Seymour Norte

  • Empfehlung Anbieter: Galápagos Best Option S.A.
  • Kosten pro Person: 165 US-Dollar (Stand: November 2018)
  • Fokus: 90-minütige Wanderung um einen Einblick über die faszinierenden Vogelarten, den gelbfarbigen Landleguan und Seelöwen zu erhalten. Anschließend besteht die Möglichkeit Flamingos zu sehen.
  • Dauer: Circa 5 Stunden
  • Besondere Hinweise: Die Wanderung findet in praller Sonne statt. Daher ist Sonnenschutz absolut zu empfehlen.

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